Die Spanier sorgten dieses Jahr mit dem Mondraker E-Crusher RR+ für einen Kracher und wir konnten das Gefährt für einen Shimano E-Bike Test nutzen! Soviel schon mal vorweg: Das Bike ist eine Augenweide, perfekt abgestimmte Farbgebung ein Kastencarbonrahmen in der die 500w/h Batterie integriert ist und eine Top-Ausstattung: Shimano E8000 Antrieb, Mavic ITS-4 Systemlaufräder, Fox 36 Factory HSC,LSC und Fox New Float Factory, Shimano DI2 Schaltung und Shimano Saint Bremsen mit vorne und hinten 203mm Bremsscheiben bei dem E-Crusher Carbon RR+. Hier hat Mondraker neue Maßstäbe in Sachen E-Bikes gesetzt. Wir nutzten also die Gelegenheit, das Bike einer größeren Testrunde zu unterziehen.

Das Objekt der Begierde beim Shimano E-Bike Test:
Shimano E-Bike Test

Das Mondraker E-Crusher RR+ kommt sehr wuchtig daher, mit dem Kastenunterrohr in dem sich der 500 Watt Akku versteckt und den fetten Maxxis DHF 27,5×2,8 sieht es nach einer richtigen Bergab-Austattung wie bei Downhill-Bikes aus. Noch schnell Pedale drauf und los geht es mit dem Gefährt Richtung Ettelsberg, um mit dem E-Crusher RR+ die Enduro-Stage dort zu rocken. Hier werden wir gleich mal sehen, ob wir auf der länger als sonst geplanten Tour auch mit der Akkuleistung hin kommen. Normalerweise fährte man die 40 Kilometer Tour, zwischen 3,5-4 Stunden Fahrzeit (ohne E-Antrieb). Also haben wir einen guten Vergleichswert.

Das Mondraker E-Crusher kann einiges:

Die Sitzposition beim E-Crusher ist wie von Mondraker gewohnt, mit dem langen Oberrohr (Forward Geometry) und kurzem Vorbau, sehr angenehm. Beim ersten Mal ist die Geometrie zwar etwas ungewohnt, ich hatte schon das Vergnügen ein Dune XR zufahren und so fühlte ich mich gleich zuhause. Es geht in der Ebene mit der Eco Stufe los, dann kommt der erste Anstieg. Der Shimano E8000 schiebt am Berg richtig an, aber wir dosieren etwas. Schließlich wollen wir den 500 Watt-Akku nicht gleich überstrapazieren. Wir fahren im Trail-Modus und es geht ziemlich flott nach oben, Shimano Di2 Schaltung funktioniert perfekt. Die Endurostage am Ettelsberg bei uns im Hochsauerland bietet einen technischen Downhill, mit ein paar verblockten Passagen. Hier zeigt das Fahrwerk schon mal auf, dass es einiges zu bieten hat. In den Kurven heißt es aufzupassen, denn durch Forward Geometrie (langes Oberrohr, kurzer 30mm Vorbau), lenkt das Bike sehr leicht in die Kurve ein, man gewöhnt sich aber schnell daran und zieht sehr schnell seinen Vorteil daraus. Das Bike ich sehr wendig, trotz der breiten Reifen. Dann kommen wir auf eine Schotterstraße mit sehr vielen Rampen und da schalten wir nun in den Boost-Modus. Wir haben nach ca. 900 Höhenmeter noch 3 von 5 Balken auf der Anzeige. Hier ist der Shimano E-Antrieb sehr angenehm und kraftschonend. Wer das Hochsauerland kennt, weiß, dass die Rampen mit 14 Kg Enduro-Bikes nicht sehr angenehm sind und ein paar Körner kosten. So nun sind wir oben auf dem Ettelsberg, dem Bike-Hotspot in Willingen, angekommen und die Batterieanzeige zeigt noch 2 Balken an. Also müsste es sich ausgehen. Hier beginnt aber nun jetzt der richtige Spaß, mit Wahnsinns Tempo geht’s bergab. Die fetten Maxxis Minion DHF und DHR in der 2,8er Breite sind eine Macht. Das Fox Fahrwerk mit den 160mm Federweg bügelt alles weg und mit den Saint Bremsen, Bremsscheiben 203mm vorne und hinten, lassen sich die Kurven richtig spät anbremsen. Es kommt schon fast Enduromotorrad-Feeling auf. Der Lenkwinkel von 66,5 Grad ist so gestalltet, dass sich das Mondraker E-Crusher RR+ sehr wendig anfühlt und die Hinterbauperformance und die langen Kettenstreben des Zero Suspension System (vom Downhillbike Summun und dem Enduro Dune abgeleitet), funktionieren bestens und führen zu einer guten Laufruhe. Auch die engeren Serpentinen lassen sich mit dem E-Crusher RR+ perfekt und schnell durchfahren. Das höhere Gewicht macht hier nichts aus, im Gegenteil es sorgt für mehr Grip. Die Agilität und Wendigkeit des Bikes sind wirklich erstaunlich. Es geht so schnell dahin, dass ich mir schon Sorgen machen muß, nur mit Knieschützern unterwegs zu sein. Das Gefährte macht so viel Spaß, dass einem die mehrere Minuten andauernde Abfahrt viel zu schnell vorbei sind. Was die Kleidung angeht, haben wir unsere Windwesten gar nicht ausziehen müssen, da der Uphill uns weniger Kraftaufwand und mehr Fahrtwind als gewöhnlich bescherte.

So kommen wir langsam aber sicher zum Ende der Abfahrt und unserem Fazit des Shimano E-Bike Test: Das Mondraker E-Crusher RR+ kann was, und es verschiebt die E-Bike-Grenzen ganz schön nach oben. Protektoren sind absolut ratsam. An der Straße nach Brilon angekommen, geht der Blick auf die Akkuanzeige, wie sieht es hier aus? Wir haben noch 2 Balken und fahren im Eco-Modus zurück zu unserem Ladengeschäft an der Keffelkerstraße. Wir kommen mit der Akkuleistung genau bis zur Eingangstür, es ging sich also gut. Eine gigantische Tour in einer Rekordzeit von 2 Stunden und 20 Minuten, kein Wunder, dass es so einen Hype um die E-Bikes gibt. Unser Schlusswort: Den Entwicklern ist mit dem Mondraker E-Crusher RR+ ein großer Wurf gelungen – und der Shimano E-Bike Motor STEPS E8000 enttäuscht in keiner Weise!

Passendes Shimano E-Bike Test Video von GMBN: